Volkstheater

 

AUSSER KONTROLLE   (Out of order)

Ray Cooney

Gelegenheit macht Liebe, denkt sich der Staatsminister Richard Willey und verabredet ein stimmungsvolles Tête-a-tête mit einer Sekretärin der Opposition in der Suite eines Nobelhotels. Aber das Schicksal meint es nicht gut mit ihm: Ein lebloser Körper auf dem Fenstersims seines Hotelzimmers durchkreuzt seine Pläne. Daraufhin bestellt der Minister seinen Sekretär George Pigden ins Hotel, den Mann für alle Fälle. Mit seiner Hilfe soll alles schnell und diskret, ganz im Sinne der Regierung, geregelt werden. Aus Angst vor einem politischen Skandal und der eifersüchtigen Reaktionen der jeweiligen Ehepartner beginnt die halsbrecherische Fahrt auf einem Karussell aus Lügen, Täuschung und Verstecken. Als dann auch noch der eifersüchtige Ehemann der Geliebten und die Gattin des Staatsministers auftauchen, der misstrauische Hotelmanager und der geschäftstüchtige Kellner immer wieder bei der Tür hereinplatzen und die liebeshungrige Krankenschwester der Mutter des Sekretärs auf der Bildfläche erscheint, geraten die Dinge in dieser irrwitzigen Komödie gänzlich „außer Kontrolle“…

Virtuos, mit reichlich Slapstick und Turbulenzen, führt der Dramatiker Ray Cooney die Dynamik des alltäglichen Skandalierens und die Akrobatik der professionellen Lügner vor. Präzise konstruiert er absurd scheinende Katastrophen, die mit zwingender Logik ablaufen und die Bühnenfiguren von einer kompromittierenden Situation in die andere treiben. Britischer Humor in Reinkultur, herrliche Pointen, jede Menge Spaß versprochen!

Außer Kontrolle wurde 1990 am Shaftesbury Theatre in London uraufgeführt und zur besten englischen Komödie gekürt.

Szenenfotos im Album   -V-

 

 

 

„EINEN JUX WILL ER SICH MACHEN“

Posse mit Gesang von Johann Nestroy

Couplets von Andreas Vitásek
Volkstheater Wien

Gewürzkrämer Zangler hat große Sorgen: Sein Mündel Marie will sich den Umgang mit dem keck auftretenden aber völlig mittellosen Jüngling August Sonders einfach nicht verbieten lassen. Zu ihrem Schutz will er Marie deshalb zu seiner Schwägerin in die Stadt schicken. Zangler hat aber auch große Pläne: Er selbst will für drei Tage verreisen und sich anschließend verheiraten.

Mit dem Hochzeitstag sollen der Kommis Weinberl sein Teilhaber, und der Lehrbub Christoph Kommis werden.Weinberl nutzt jedoch Zanglers Abwesenheit, um einmal in seinem Leben richtiges Abenteuer erleben. Zusammen mit Christoph will er sich „einen Jux machen“ und fährt – anstatt den Kramerladen zu bewachen – mit ihm nach Wien. In der Hauptstadt angekommen, laufen die beiden Abenteurer beinahe ihrem Dienstherrn in die Arme; um dem unverhofften Wiedersehen zu entgehen, flüchten sie ausgerechnet in den Modesalon der Madame Knorr – die ist nämlich, was sie nicht wissen, Zanglers Herzensdame; dort hat Weinberl „a verruckte Idee“ und gibt sich unverfroren als Ehemann einer gewissen Witwe von Fischer aus. Besagte Dame erscheint jedoch tatsächlich und lässt sich, nachdem sie ihre erste Verblüffung überwunden hat, zum Schein auf das Spiel ein. In der Zwischenzeit sind auch August und Marie nach Wien durchgebrannt, wild entschlossen, die Pläne des Vormunds zu durchkreuzen…

Und damit ist die Ausgangssituation geschaffen für einen Wirbel des Sich-unvermutet-Begegnens, des Sich-voreinander-Versteckens, der Verkleidungen, Verwechslungen, der Charaden und Verwicklungen. Die 1842 entstandene Posse besticht durch brillanten Sprachwitz, turbulente Situationskomik und eine Fülle von plastisch und witzig gezeichneten Charakteren. Für den Jux griff Nestroy übrigens erstmals auf eine englische Vorlage zurück – John Oxenfords A Day Well Spent, die später auch Thornton Wilder als Anregung für Die Heiratsvermittlerin diente und Jerry Herrman zu dem Musical-WelterfolgHello Dolly! inspirierte.

 


 

© – by Harry B.P. Jaeger

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