Kasino/Vestibül-Okt/Nov2009

Harmonia Caelestis

Musiktheater nach Péter Esterházy
Numerierte Sätze aus dem Leben der Familie Esterházy

„Dasein heißt, sich eine Vergangenheit zu basteln“ lautet ein entscheidender Satz in Esterházys Roman,

der sich auf die Spuren seiner berühmten adeligen Familie begibt, die 1951 von den Kommunisten enteignet wurde.

Im Zentrum steht der Mythos seines Vaters bzw. die abendländische Vaterfigur schlechthin. Diese wesentliche Legende unserer Kultur

schickt der Autor virtuos durch verschiedene Jahrhunderte, historische Ereignisse und längst geschriebene Familienromane,

um sie spielerisch zu befragen. David Marton, der Musik als eine eigenständige Form der Wirklichkeitserkundung versteht,

erregte mit seinem assoziativ erzählenden Musiktheater international Aufsehen. Marton konzentriert sich in seiner Inszenierung

auf das Erste Buch des monumentalen Romans „Harmonia Caelestis“, welches seiner fragmentarischen Erzählweise entgegen kommt.

Dazu begibt er sich mit Sängern, Schauspielern und Musikern auf die Suche nach einem polyphonen Aufeinandertreffen von Haydn und Bartók,

Maria Theresia und Lady Di, Barock und Moderne.

Nora Hertlein, Veronika Maurer

„Endstation Jonestown“

Ein Abend von Nora Hertlein und Veronika Maurer nach Originaldokumenten.

Am 18.11.1978 starben 918 Menschen im Dschungel von Guyana in einem Akt von „revolutionärem Selbstmord“.

Die Mitglieder des „Peoples Temple“ tranken vergiftete Limonade und setzten so den Schlusspunkt unter die

unfassbare Geschichte der Bewegung um den charismatischen Anführer Jim Jones.

„Ich kann nicht sagen, dass ich glücklich war, weißt du, weil ich nicht dabei war, um glücklich zu sein.

Ich war nicht dabei, um auf die schlechten Dinge zu achten. Ich war dabei, um etwas zu geben, weißt du.“

Unter ausschließlicher Verwendung von Originaldokumenten entwirft das Ensemble die vielstimmige

Atmosphäre einer anfangs idealen gleichberechtigten Gesellschaft, die zunehmend in Repression und kollektiven

Wahn kippt und ihre Mitglieder in den Tod treibt.

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